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Deutsches Design
Tradition und Gegenwart oder wer kennt Mies?

„Design“ bedeutet im Englischen (Wortsinn) „Entwurf“, während dem Wort „Design“ im Deutschen bereits Assoziationen von elitären, vom Leben völlig losgelösten, ja oberflächlichen Gestaltungen für eine gesellschaftliche Minderheit anhängen: Warum? Weil Design heute teuer ist? Weil Design ein Statussymbol ist, ähnlich dem Auto? Weil Design nur in modernster Technik konsumierbar ist? Ein schwedisches Unternehmen hat gezeigt, dass Design - bewusst entworfene, gestaltete Produkte - für den Alltag und für alle Menschen sowohl interessant und erschwinglich sein kann - und leistet neben einer globalisierten Auseinandersetzung zum Design auch eine nicht zu unterschätzende Erziehungsarbeit in der Gestaltung. Aber ist dies einfach nur ein findiges und erfolgreiches Geschäftsmodell einer Einzelperson?

Diese Ideen hat das Bauhaus unter Leitung des ersten Bauhaus-Direktors und Gründers Walter Gropius bereits ab 1919 entwickelt und etabliert: die Entwicklung von industriellen Produkten unter höchsten gestalterischen Ansprüchen für die Allgemeinheit. Durch den Nationalsozialismus wurde das Bauhaus nach verschiedenen Versuchen 1933 geschlossen und fast alle Lehrer, Meister und Schüler emigrierten in die USA und in weitere Staaten außerhalb Mitteleuropas - und sie nahmen die Moderne, das Wissen und Gestalten mit fort: Wer hat heute die bedeutendsten Möbelklassiker der Moderne, fast ausnahmslos im Bauhaus-Umfeld in Deutschland entworfen, zu Hause? Wer kennt die Bauhaus-Designer, welche Möbel in den verschiedensten modernen Konstruktionen und Materialien entwarfen? Warum sind sie in fast keinem deutschen Haushalt vertreten oder bekannt? Warum ist hier keiner stolz auf die eigene Gestaltung? Schätzt sie keiner in Deutschland?

Hier liegt der wirkliche Unterschied zu Skandinavien - und zu Ikea: Die Skandinavier sind stolz auf Ihre Designer und Architekten der 1950er und 60er Jahre bis heute, sie haben Skandinavien in dieser Zeit zu einem Vorreiter für Design in der Welt gemacht - das Foto von J. F. Kennedy in dem Holz-Stuhl von Hans Wegner sitzend ist ein Manifest geworden - aber viel wichtiger als der internationale Ritterschlag, die Anerkennung im Ausland, war die tatsächliche Schaffung und Entwicklung einer skandinavischen Identität in Raum und Zeit, in der Verschmelzung von Alltag und Kunst in so ortsspezifischen Entwürfen, Kreationen und Produkten, in der sich die Menschen tatsächlich in der Gemeinschaft wiederfinden und wohlfühlen, ein Optimismus und eine Dankbarkeit, mit einfachen, ja einfachsten gestalteten Gegenständen in natürlichen Materialien den eigenen Ort zu bewohnen. Wenn Sie zufällig durch dänische Strassen in einer Stadt gehen und abends in den Wohnzimmern und Küchen die PH-Lampen von Poul Henningsen erleuchten, am beliebtesten die PH5, darunter verschiedenste Tische und Stühle von Wegner, Mogensen, Jacobsen und Juhl stehen, die Klassiker der 50er und 60er Jahre bis heute in Produktion, weil jeder sie mit Namen kennt, schätzt und nicht missen möchte, dann treffen mich heute unvermindert schmerzhaft die furchtbaren Brüche der deutsche Geschichte, die unermesslichen Vernichtungen von Wissen, Geist, Kultur und Kreativität in der Tradition.

Ist das Bauhaus heute nur noch Museum oder schlechtesten Falls bloß Baumarkt? Lebt das Bauhaus nicht mehr? War es nie da für die Menschen hier und heute? Sind wir Deutschen nicht stolz auf unsere Designer und Architekten - oder kann bei uns jeder bauen? Die verschiedenen Versuche, das Bauhaus nach Deutschland wieder zurückzuholen, wie die Hochschule für Gestaltung Ulm unter Max Bill, sind nicht in der Breite gemündet, es wird dauern, solange Gestaltung in der Gesellschaft, in Kindergärten und im Schulunterricht seit Jahrzehnten fast völlig abwesend ist. Tatsächliche infiltrierte Erziehung konnte nur von wenigen Designern geleistet werden, die ihre Gestaltung fast unbemerkt, dafür breit in den Alltag bringen konnten, ohne meist selbst wahrgenommen zu werden, wie z.B. Otl Aicher und denen erst mit ihren Erfolgen zugehört wurde, deren Schöpfungen heute aber bereits zum Bild Europas dazugehören, wie die „Rotis“.

Nur Zeit verändert: junges Design denkt und arbeitet kreativ in jeder Generation: Wir gestalten Umwelt!



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